Schumann-Resonanz auf Titan (Cassini–Huygens)
Titan, der größte Mond des Saturn, ist der einzige außerirdische Körper, für den wir eine direkte In-situ-Messung im ELF-Band haben.
Titan, der größte Mond des Saturn, ist der einzige außerirdische Körper, für den wir eine direkte In-situ-Messung im ELF-Band haben. Beim Durchflug durch die dichte Stickstoff-Methan-Atmosphäre und nach der Landung im Jahr 2005 zeichnete die Sonde Huygens (Teil der Mission Cassini–Huygens) eine ungewöhnliche ELF-Signatur auf.
Die Interpretation dieses Signals ist Gegenstand der Diskussion. Im Gegensatz zur Erde ist bei Titan nicht eindeutig, was die untere leitfähige Grenze des Hohlraums bildet: Es wird erwogen, ob diese nicht ein unterirdischer leitfähiger Ozean ist (etwa eine salzige Wasserschicht unter der Eiskruste), der den Resonanzhohlraum von unten abschließen würde. Damit unterscheidet sich Titan vom irdischen Modell, bei dem der Boden des Hohlraums von der leitfähigen Erdoberfläche gebildet wird. Modellberechnungen der Resonanzparameter Titans (gemeinsam mit Mars und Venus) führte Yang 2006 durch.
Titan ist so der bislang stärkste Beleg dafür, dass das Konzept der Hohlraumresonanz auch außerhalb der Erde sinnvoll anwendbar ist — auch wenn der genaue Ursprung der gemessenen ELF-Signatur offen bleibt.
Schlüsselwörter
Quellen
- Yang2006Yang, H., Pasko, V. P., & Yair, Y. (2006). Three-dimensional finite difference time domain modeling of the Schumann resonance parameters on Titan, Venus, and Mars. Radio Science.Quelle öffnen